Rückenschulprogramme für Arbeitsplätze
Rückenschulprogramme für Arbeitsplätze
Gibt es gezielte, spezielle Rückenschulprogramme für bestimmte Arbeitsplätze?
Natürlich haben der technische Fortschritt und die verbesserte Ergonomie die körperliche Belastung in der Arbeitswelt seit einigen Jahrzehnten deutlich verringert. Diese positive Entwicklung wird aber durch die gleichzeitig gestiegene Monotonie der Arbeitshaltungen und durch die Zunahme der psychischen Stressoren negativ beeinflusst.
Das Betriebsproblem "Rückenschmerz" hat vielfältige Ursachen und kann, was wissenschaftlich nachgewiesen wurde, mit den Instrumenten der betrieblichen Gesundheitsförderung verringert werden. Ein wichtiger Baustein der betrieblichen Gesundheitsförderung sind arbeitsplatzbezogene Rückenschulmaßnahmen, die sowohl verhaltenspräventiv als auch verhältnispräventiv ausgerichtet sind. In diesen Maßnahmen lernt der Mitarbeiter seine Arbeitshaltungen und seine Bewegungsabläufe rückenschonend durchzuführen. Ergänzt werden diese Programme durch spezielle Gymnastik- und Entspannungsanleitungen.
Die arbeitsplatzbezogenen Rückenschulprogramme gibt es z. B. in der Alten- und Krankenpflege, im Baugewerbe, für Bildschirmarbeitsplätze, im KFZ-Handwerk und für Gabelstaplerfahrer.
Quelle:
Ulrich Kuhnt, Sportpädagoge, Leiter der Rückenschule Hannover
Die Rückenschule zur Vorbeugung
Ist die Rückenschule ein erfolgreiches Konzept zur Vorbeugung und zur Linderung von Rückenschmerzen?
Die Hauptursachen für Rückenschmerzen sind Bewegungsmangel, Bewegungsmonotonie, Fehlhaltungen, Muskelschwächen und psychische Faktoren.
In einer Rückenschule lernen die Teilnehmer rückengerechte Körperhaltungen wie z. B. das Sitzen, das Stehen, das Liegen und rückengerechte Bewegungsabläufe wie z. B. das Bücken, das Heben und das Tragen. Zusätzlich dehnen und kräftigen die Teilnehmer ihre wichtigsten Muskelgruppen und erfahren die wohltuende Wirkung unterschiedlicher Entspannungsverfahren.
Rückenschulkurse zielen sowohl präventiv als auch rehabilitativ auf das Erlernen von rückenschonenden Verhaltensweisen und das Schaffen von rückengerechten Verhältnissen wie z. B. bandscheibengerechte Betten, ergonomische Bürostühle.
Vorausgesetzt, dass die Kurse von qualifizierten Kursleitern – z. B. nach den Richtlinien des Bundesverbandes der deutschen Rückenschulen (BdR) e. V. - geleitet und die vermittelten Inhalte von den Teilnehmern lebensbegleitend im Alltag umgesetzt werden, sind diese Maßnahmen nachhaltig ein erfolgreiches Konzept zur Vorbeugung und Linderung von Rückenschmerzen. Diese Aussage kann durch die neueste Studie der AOK Niedersachsen wissenschaftlich belegt werden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Rückenschulkurse mittel- und langfristig die gesundheitliche Lebensqualität der Teilnehmer verbessern und zu einer Reduktion der Arbeitsunfähigkeit führen.
Quelle:
Ulrich Kuhnt, Sportpädagoge, Leiter der Rückenschule Hannover,
Direktorium des Bundesverbandes der deutschen Rückenschule (BdR) e. V.